Osteoarthritis bei Hunden und Katzen: Fakten und Mythen

15. Okt 2024by Peter Bracht

Osteoarthritis, auch bekannt als Arthrose, ist eine häufige chronische Erkrankung, die sowohl Hunde als auch Katzen betrifft. Diese degenerative Gelenkerkrankung verursacht Schmerzen und Steifheit, was die Beweglichkeit eines Haustieres erheblich einschränken kann. Leider kursieren viele irreführende und ungenaue Informationen zur Behandlung von Osteoarthritis, insbesondere in den sozialen Medien, wo oft Wundermittel und Nahrungsergänzungsmittel ohne wissenschaftliche Grundlage beworben werden. Diese unseriösen Werbespots sind eine große Quelle der Frustration für Tierärzte wie mich und Spezialisten für Orthopädie und Tierernährung. In diesem Artikel möchte ich einige gängige Missverständnisse ausräumen und Ihnen Tipps geben, wie Sie Ihrem Haustier wirklich helfen können.

Arthrose: Was ist das und wie erkennt man sie?

Arthrose ist eine häufige chronische Erkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel allmählich abnutzt. Dies kann zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Arthrose tritt häufig bei älteren Tieren auf, kann aber auch bei jüngeren Hunden und Katzen vorkommen, insbesondere wenn sie erbliche Gelenkprobleme wie eine Lockerung des Processus coronoideus (LPC) oder Knieprobleme wie einen Kreuzbandriss haben.

Haben Sie bemerkt, dass Ihr Hund Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen hat, oder dass Ihre Katze nicht mehr so ​​mühelos auf die Küchentheke springt? Wirkt sie nach längerer Ruhe etwas steifer? Das sind alles Anzeichen, die auf Arthrose oder ein anderes Gelenkproblem hindeuten könnten.

Irreführende Werbung und Mythen

Heutzutage sieht man in sozialen Medien häufig Werbung für allerlei Leckerlis und Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich die Lösung für Arthrose sein sollen. Sie verwenden ansprechende Videos, in denen beispielsweise ein Hund gezeigt wird, der nach der Anwendung der Produkte kaum noch laufen konnte und plötzlich fröhlich herumtollt. Aber lassen Sie sich nicht täuschen!

Diese Anzeigen weisen einige gravierende Probleme auf:

  1. Mangelnde wissenschaftliche Evidenz : Für viele der Inhaltsstoffe dieser Nahrungsergänzungsmittel gibt es kaum wissenschaftliche Belege dafür, dass sie tatsächlich bei der Behandlung von Arthrose wirksam sind.
  2. Falsches Sicherheitsgefühl bei Tierhaltern : Viele Tierhalter glauben, dass sie ihrem Haustier mit der Gabe dieser Produkte helfen, doch die eigentliche Ursache des Problems wird dabei nicht behoben.
  3. Tierarztbesuch vermeiden : Leider sehe ich oft Tierhalter, die auf solche Produkte zurückgreifen, um einen Tierarztbesuch zu umgehen. Arthrose ist eine komplexe Erkrankung, die tierärztliche Behandlung erfordert. Ohne eine korrekte Diagnose kann Ihr Haustier über einen längeren Zeitraum unnötige Schmerzen erleiden, was seine Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.

Beispiele für Gelenkprobleme

Beim Durchsehen dieser Anzeigen sehe ich oft Tiere, bei denen ich als Tierarzt sofort erkenne, dass sie ernsthafte Gelenkprobleme haben. Nehmen wir zum Beispiel einen übergewichtigen Labrador mit deutlicher Lahmheit im Vorderbein. Wer kann schon sagen, ob dieser Hund nicht an LPC leidet? Das ist eine häufige Erbkrankheit bei Retrievern, Schäferhunden und Berner Sennenhunden, bei der sich ein Knochenfragment im Ellbogengelenk löst. Dadurch wird der Knorpel ständig gereizt, was schließlich zu Arthrose führt. Kein Nahrungsergänzungsmittel kann dieses lose Knochenfragment entfernen; das kann nur eine Operation.

Ich sehe auch Hunde, die offensichtlich unter Knieproblemen leiden. Diese Hunde haben möglicherweise einen Kreuzbandriss mit begleitenden Meniskusschäden. Hunde mit von Natur aus steilen Knien, wie Rottweiler, können sich sehr schnell einen Kreuzbandriss zuziehen. Und wenn sie weiterhin mit einem instabilen Knie herumlaufen, verschlimmert sich die Arthrose in diesem Knie nur noch.

Ich sehe auch gelegentlich Hunde mit Rückenproblemen, wie zum Beispiel akuten Bandscheibenvorfällen oder Bandscheibendegeneration. Diese schmerzhaften Erkrankungen lassen sich nicht mit Leckerlis heilen, so verlockend das auch klingen mag.

Was Sie bei Arthrose tun sollten

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund oder Ihre Katze Schwierigkeiten bei der Bewegung hat, wie z. B. Lahmheit nach dem Aufstehen oder verminderte Beweglichkeit beim Treppensteigen, ist es wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen.

Dies sind mögliche Anzeichen dafür, dass Ihr Haustier an einem Gelenkproblem leidet:

  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen
  • Schwierigkeiten beim Einsteigen ins Auto oder auf die Couch
  • Schmerzen bei Katzen, wenn sie auf die Theke springen
  • Viel Schlaf, Unruhe und Aggression

Der Tierarzt kann die genaue Ursache mithilfe einer körperlichen Untersuchung, Röntgenaufnahmen oder gegebenenfalls einer Arthroskopie diagnostizieren. Bei Problemen wie LPC, Kreuzbandrissen oder Rückenbeschwerden ist eine Operation oft die einzige Möglichkeit, die Schmerzursache zu behandeln.

Wissenschaftlich erprobte Behandlungen

Arthrose und Arthritis bilden einen Teufelskreis. Durch die gezielte Hemmung der Entzündung mit den richtigen Medikamenten und Maßnahmen lässt sich der gesamte Prozess jedoch stoppen. Dies führt zu weniger Schmerzen, einer deutlich besseren Lebensqualität und einer signifikant erhöhten Lebenserwartung der Tiere.

Woran glaube ich also? Und was habe ich meinem eigenen Hund Sjakie, einem Englischen Setter, gegeben?

  • Entzündungshemmende Mittel und Schmerzmittel : Tierärzte verschreiben häufig entzündungshemmende Mittel, um Gelenkentzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Diese Medikamente haben ihre Wirksamkeit in den letzten Jahrzehnten immer wieder unter Beweis gestellt.
  • Omega-3-Fettsäuren : Fettsäuren, insbesondere die in Fischöl vorkommenden, sind für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und können eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung von Arthrose darstellen. Sie tragen zur Erhaltung gesunder Gelenke bei, ersetzen aber keine medikamentöse Therapie.
  • Physiotherapie und Rehabilitation : Für Hunde und Katzen mit Arthrose bietet Physiotherapie viele Vorteile. Spezialisten können Ihrem Tier mit Übungen helfen, die Muskulatur um die Gelenke zu stärken und so die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Bewährte Nahrungsergänzungsmittel wie Flexadin : Flexadin ist ein Nahrungsergänzungsmittel in Form eines Snacks. Der Unterschied liegt darin, dass alle Inhaltsstoffe wissenschaftlich erforscht und erprobt sind. Sie können diese Snacks vorbeugend an junge Haustiere oder ältere Hunde mit gesundheitlichen Problemen verabreichen.
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Lass dich nicht vom Internet täuschen.

Sie lieben Ihr Haustier und wollen nur das Beste für es, das verstehe ich. Seien Sie aber vorsichtig mit Ratschlägen selbsternannter „Experten“ in den sozialen Medien oder im Park. Arthrose ist eine komplexe Erkrankung, die eine sorgfältige Behandlung und die Anleitung eines qualifizierten Fachmanns erfordert. Verlassen Sie sich nicht auf vermeintliche Wundermittel aus dem Internet; konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt, wenn Sie Bedenken hinsichtlich der Beweglichkeit Ihres Tieres haben.

Abschluss

Arthrose und Gelenkprobleme bei Hunden und Katzen lassen sich nicht ohne wissenschaftliche Grundlage mit Leckerlis oder Nahrungsergänzungsmitteln behandeln. Es ist wichtig, kritisch zu bleiben und stets tierärztlichen Rat einzuholen, um Ihrem Tier die bestmögliche Versorgung zu bieten. Mit der richtigen Behandlung, wie Medikamenten und Physiotherapie, können viele Tiere ein glückliches und schmerzfreies Leben führen – und genau das wünschen Sie sich doch für sie, oder?

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Rat? Kontaktieren Sie gerne Ihren Tierarzt oder senden Sie uns Videos Ihres Hundes oder Ihrer Katze an Milo.nl. Wir helfen Ihnen gerne weiter und setzen wissenschaftliche Methoden ein, um Ihrem Haustier die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.